Familienfeier

Die jüngste Nichte wurde eingeschult. Der Zutritt zur Kirche und das Schulgelände war Geschwistern, Eltern und den Erstklässlerinnen und Erstklässlern vorbehalten. Dadurch trafen wir uns zum gemeinsamen Essen, beim Griechen.

Auf der Speisekarte online sah ich schon, dass es für mich keinerlei Hauptspeise gibt. Da ich ein flexibler, meistens gutmütiger Mensch bin, sah ich für mich kein Hindernis als vegetarisch lebender Mensch dort hinzugehen. Ich bekomme das schon hin.

Das Restaurant liegt etwa 15 Kilometer südlich meines Wohnorts. Ich fuhr mit der S-Bahn und ging den Rest des Weges zu Fuß. 25 Minuten Fußmarsch, der mir nicht geschadet hat. Öffentliche Verkehrsmittel sind hier eher rar.

Im Restaurant waren wir ein bunter Tisch, deren Teilnehmer sich die Nichte so gewünscht haben soll. Es waren ihre Mutter, ihr Vater, Oma, Opa, die Nachbarfreundin, die Tante, meine Halbschwester und ich, der Onkel. Mit den Partnern und Kindern waren wir insgesamt 18 Personen.

Der für 18 Personen reservierte Tisch war nicht gut genug – warum auch immer. Es gab wohl vor meiner Ankunft eine Diskussion deswegen. Der Bruder setzte sich durch und wir zogen an einen Tisch für 15 Personen um. Ging auch, auch wenn es recht eng war.

Das neue Schulkind war nicht sehr gesprächig, wirkte dennoch zufrieden. Möglicherweise auch wegen der Geschenke, die es zur Einschulung gab.

Die Atmosphäre am Tisch empfand ich als schwierig. Es wurde sich zurückgehalten, um nicht mit dem Bruder zu eskalieren. Dieser wirkte bestimmend, aggressiv und wenig einfühlend. Seine ältere Tochter hatte mit ihm zu kämpfen. Es war nicht schön, das zu verfolgen.

Ich bin mir sicher, dass er ein Medikament oder eine Droge eingenommen hat. Am Abend zuvor war er noch von Angst und Sorge geprägt, was alles bei der Einschulung passieren könnte. Heute war er „gestählt“. Quasi sozialdoping. Sehr unschön und anstrengend mit ihm. Ich habe mich nach dem Essen woanders hin gesetzt.


Zu Hause angekommen, ruft der Bruder an und beginnt sich direkt über einzelne Mitglieder der Familienfeier zu beschweren. Ich erkläre ihm, dass ich seine Beschwerden über andere Leute nicht hören will.

Er meine, er beschwere sich doch gar nicht und setzt neu mit Beschwerden an. Ich sage ihm erneut, dass ich Beschwerden nicht hören will und blocke ab. Er meint, jetzt hast Du es bei mir auch verspielt und legt auf.

Ich lache :–).

#nichte #bruder #familie #selbstschutz

Startseite | RSS-Feed | andere Texte dieser Instanz