Verschwurbelt

Gerade telefonierte ich seit Langem einmal wieder mit dem #Bruder. Seit dem Vorfall mit der #Waffe, die ihm an den Kopf gehalten wurde, scheint er eine Art Trauma zu haben. Jetzt gerade hat er ein Schreiben vom Gericht bekommen, dass er sich an die Person nicht annähern darf und einen hohen Geldbetrag zahlen soll.

Das hat ihn wieder sehr aufgewühlt und in seine negative und ausweglos erscheinende Gedankenspirale gebracht. Ich habe mir die Leier 20 Minuten angehört.

Jegliche Versuche ihn dazu zu bringen, sich professionelle Hilfe zu suchen, stießen bei ihm nur auf Gegenwehr. „Was soll mir ein Psychologe oder eine Beratungsstelle bringen? …“ „Niemand kann mir da helfen!“.

Auch mein Hinweis, dass ich weder Staatsanwalt noch Rechtsanwalt oder sonst etwas bin, brachten ihn davon ab, seinen Seelenmülleimer über mir auszukippen.

Das einzige, was ihn auf ein anderes Thema brachte, war der Hinweis, dass er mir nun 25 Minuten seinen Seelenmüll über mir ausgeschüttet hat.

Verschwurbelt, zweiter Teil

Der zweite Teil unseres Gesprächs ging es um die Weltlage. Man könne ja niemandem mehr trauen und Deutschland wäre selbst schuld an seiner Lage. Er könne Putin verstehen und der wäre gar nicht so, wie die Medien ihn hier beschreiben. Russland hätte auch ein Anrecht auf die ehemalige DDR. Er wüsste das ganz genau, er kenne einige Russen und hätte mit denen schon gesprochen. …

Ich habe das Gespräch nach einiger Zeit abrupt abgebrochen. Nachdem ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass er Verschwörungserzählungen und russischer Ideologie aufliegt. Er wollte es nicht verstehen. Das führt zu nichts.

Das Schlimme ist: Die dunkle und kalte Zeit beginnt jetzt erst.

Vermutlich wird das psychisch ein sehr langer, zäher und zehrender #Winter.

Ich hoffe, niemand bleibt dabei auf der Strecke.

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